Freitag, 8. Dezember 2023

Liebe Leserinnen und Leser, 

 

während Sie diese Zeilen lesen, befindet sich die NIUS-Redaktion auf ihrer Weihnachtsfeier. Wir nennen es wirklich Weihnachtsfeier und nicht Winterfest oder Schneeflockenparty. Es gibt Glühwein und Ente und für die Vegetarier gegrilltes Gemüse und einen spöttischen Blick. Aber wir haben sie trotzdem lieb und respektieren ihren Lebensstil. 

 

Wir feiern unsere Weihnachtsfeier so, wie wir es gern haben. Wir schreiben uns nicht Vielfalt auf die Flagge, sind aber vielfältig. Ein Großteil unserer Redaktion hat einen Migrationshintergrund: Unsere Kolleginnen und Kollegen haben Vorfahren in Polen, Südkorea, der Türkei, Kroatien, Ghana, Österreich, Schweiz, Armenien, Italien, Irak, Ukraine, Aserbaidschan, den Niederlanden, Rumänien, Russland, Frankreich, Serbien, Australien. Einer wurde in der DDR geboren, ein anderer in der Sowjetunion. Mein Nachname liest sich zwar niederländisch, ist er aber gar nicht. Niemand fühlt sich ausgegrenzt, wenn wir eine Weihnachtsfeier schmeißen, wie sie früher ganz normal war in diesem Land. 

 

Das ist nicht mehr selbstverständlich. 

 

Kindergärten und Kitas verbannen Weihnachten aus ihren Räumlichkeiten. Ein Tannenbaum wird nicht mehr aufgestellt, weil er religiöse Gefühle verletzen könnte. Statt Weihnachtsplätzchen werden Kekse gebacken, damit auch die Kinder was davon haben, die nicht Weihnachten feiern. Städte nennen ihre Weihnachtsmärkte plötzlich Wintermärkte, um niemanden am Glühweinstand auszugrenzen. Die Bundesregierung hat vor ein paar Jahren Weihnachtskarten verschickt, in denen das Wort Weihnachten nicht einmal auftauchte. Stattdessen wurde eine besinnliche Zeit gewünscht: „Egal, woran Sie glauben.“  

 

Ich finde das alles sehr bedenklich. Wir feiern Weihnachten. Nicht den Winter, nicht den Schnee, nicht das Jahresende.  

 

Wir feiern Weihnachten, weil es uns wichtig ist. Wir feiern die Geburt Jesu Christi, wir feiern unsere Werte und unseren Glauben und alles, was diese Zivilisation in den letzten Jahrhunderten erreicht hat. Und schämen uns dann gleichzeitig dafür, mit unserer Weihnachtstradition jemanden verletzen zu können. 

 

Es ist ein deutsches Phänomen. Nirgendwo auf der Welt würde ein Volk aus vorauseilender Pseudo-Achtsamkeit darauf verzichten, einfach so zu sein, wie es ist. Nur in Deutschland backen die Kindergärtner in der Weihnachtszeit Plätzchen, weil die Kinder es lieben – und nennen diese Weihnachtsplätzchen dann Kekse, um bloß keinem muslimischen Kind auf die Füße zu treten. 

  

Man könnte jetzt sagen: Ist halt so, sollen sie doch eine besinnliche Zeit und nicht frohe Weihnachten wünschen. Sollen sie halt an St. Martin zum Lichterfest und nicht zum St-Martins-Zug einladen. Tut doch niemandem weh. 

 

Doch! Es wird uns als Gesellschaft weh tun, wenn wir unsere Werte freiwillig und von innen immer weiter aushöhlen. Wenn alles beliebig wird, ist nichts mehr wichtig. Weihnachten sollte uns wichtig sein. Sonst müssen wir es nicht mehr feiern. 

 

Ich wünsche Ihnen einen schönen Nikolaus-Abend und soll Sie alle herzlich von der Redaktion grüßen, wir stoßen auf Sie an! 

 

Willi Haentjes 

NIUS Chefredaktion

 

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